Die heutige Herausforderung im Krankenhaus: Leistungs- und Bedürfnisorientierung unter einem Dach vereinen.

Kaufleute denken Leistungsorientiert. Welchen Erlös kann ich für meine Leistung erzielen? Unter Verbesserung wird Produktivitätssteigerung verstanden, definiert als Input (Kosten und/oder Aufwand) senken und Output (Leistung und/oder Ertrag) steigern.

Pflege und Ärzteschaft denken Bedürfnisorientiert. Was braucht der kranke Mensch, um wieder zu genesen? Unter Verbesserung wird verstanden, wie das Behandlungsergebnis und die Lebensqualität für den Patienten mit den zur Verfügung stehenden Mitteln optimiert werden kann.

Mir ist es ein persönliches Anliegen, dass Zusammenspiel der verschiedenen Berufsgruppen im Krankenhaus in Einklang zu bringen, da ich selbst im Zivildienst als Pflegekraft, später dann als Arzt und schließlich auch in der Krankenhausverwaltung gearbeitet habe.

An die meisten der knapp 2.000 deutschen Krankenhäuser werden heute Gewinnerwartungen gestellt. Aus kaufmännischer Sicht ist dies unspektakulär: Für die Erbringung einer Leistung soll ein Ertrag erzielt werden, der über den eigenen Aufwendungen liegt. Für den ärztlichen- und den pflegerischen Dienst ist das zunächst uninteressant, denn bei diesen beiden liegt der Fokus auf dem Bedürfnis der erkrankten Person: Was braucht sie, um wieder zu genesen. Jedoch hat das DRG-Zeitalter seine Eigenheiten. Die Leistungen der stationären Einrichtungen werden nicht in einer freien Marktwirtschaft erbracht, sondern in einer Planwirtschaft. Die Leistungsmengen werden in Budgetverträgen zwischen Krankenhaus und Kostenträgern festgelegt. Unter- oder Überschreitungen der Leistungsmenge führen zu schmerzhaften Abschlägen für die Krankenhäuser. Die Preise kann das einzelne Krankenhaus nicht verhandeln. Hier ist es an die Kalkulation des Instituts für das Entgeltsystem im Krankenhaus gebunden. Deren Kalkulation sieht explizit keinen kaufmännischen Gewinnaufschlag vor. Wenn jedoch die Menge nicht variiert, der Preis nicht verhandelbar und ein Gewinn bei der Preisfindung nicht vorgesehen ist, dann ist das Überleben praktisch nur noch durch Kosteneinsparungen möglich. Da gut zwei Drittel aller Kosten eines Krankenhauses Personalkosten sind, und davon wiederum 85 % auf Ärzte, Pflege und Funktionsdienste entfallen, sind es vorrangig diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die den ökonomischen Druck zu spüren bekommen. Es ist heute wichtiger den je, das Zusammenspiel der verschiedenen Berufsgruppen im Krankenhaus in Einklang zu bringen.